Garde du corps: ein Lernspiel, um die Immunabwehr zu verstehen
Garde du corps ist ein Lernspiel (Serious Game) für den Biologieunterricht mit 13- bis 15-Jährigen (Klasse 8–9), zum Thema „Der menschliche Körper und die Gesundheit“. Die Lernenden verkörpern das Immunsystem von Léa, 14 Jahre: Sie ziehen einen Splitter heraus und lösen die Entzündungsreaktion aus, wählen die Lymphozyten aus, die das Grippevirus erkennen können, dosieren Antikörper und zytotoxische T-Lymphozyten und entdecken dann, was eine Impfung verändert und wie sie auch die anderen schützt.
- Stufe
- Klasse 8–9 (13–15 Jahre), Biologie
- Dauer
- 35 bis 40 Min. (5 Missionen)
- Gerät
- Computer oder Tablet, aktueller Browser
- Installation
- Keine, funktioniert offline
- Konto
- Keins, Fortschritt bleibt im Browser
- Sprachen
- Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch
- Autor
- Sébastien Heckmann, Biologielehrer
Die fünf Missionen
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1. Der Splitter — Barrieren und Entzündungsreaktion
Ein Splitter hat Léas Haut durchstochen, und Staphylokokken sind eingedrungen. Die Lernenden ziehen den Splitter heraus und desinfizieren (das Antiseptikum wirkt nur an der Oberfläche). Sie sehen, wie die Mastzelle Histamin freisetzt und die vier Entzündungszeichen auftreten, und steuern dann einen neutrophilen Granulozyten: Austritt aus dem Gefäß (Diapedese), Bewegung entlang chemischer Signale und Phagozytose. Anschließend wandert eine dendritische Zelle zu einem Lymphknoten.
Inhalte: natürliche Barrieren, Kontamination und Infektion, Antiseptikum, Entzündungsreaktion, Phagozytose.
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2. Der Lymphknoten — Spezifität und Selektion der Lymphozyten
Léa hat Grippe. In einem Lymphknoten vergleichen die Lernenden die Form der Rezeptoren mit der des Antigens, um unter lauter verschiedenen Lymphozyten einen T4-Lymphozyten, einen B-Lymphozyten und einen T8-Lymphozyten auszuwählen. Die ausgewählten Zellen vermehren sich; dank der Interleukine der T4-Zellen werden die B-Zellen zu Plasmazellen und die T8-Zellen zu zytotoxischen T-Lymphozyten, und es bilden sich Gedächtniszellen.
Inhalte: antigenpräsentierende Zelle, Spezifität, Selektion und Vermehrung der Lymphozyten, Zusammenarbeit der Lymphozyten.
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3. Der Gegenangriff — Antikörper und zytotoxische T-Lymphozyten
In den Bronchien dosieren die Lernenden einen Antikörpervorrat, der freie Viren neutralisiert, und schicken zytotoxische T-Lymphozyten los, um infizierte Zellen zu zerstören. Der Medizinschrank zeigt, dass ein Antibiotikum gegen ein Virus nichts ausrichtet und dass Paracetamol lindert, aber nicht heilt.
Inhalte: Neutralisierung, Immunkomplexe, Zerstörung infizierter Zellen, Antibiotika und Viren.
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4. Und mit Impfung? — Immungedächtnis und Impfung
Und wenn Léa geimpft gewesen wäre? Die Lernenden spritzen einen Impfstoff mit inaktivierten, zerlegten Viren, verfolgen die Bildung der Gedächtniszellen und spielen dann dieselbe Infektion noch einmal: Die Sekundärantwort ist schneller und stärker. In der Bilanz wird ein Diagramm der Primär- und Sekundärantwort ausgewertet, eine klassische Aufgabe der Abschlussprüfung.
Inhalte: Impfstoff, Gedächtniszellen, Primär- und Sekundärantwort, Diagramme lesen.
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5. Epidemie in der Schule — Herdenimmunität
Eine sehr ansteckende Krankheit wie Masern erreicht die Schule. Die Lernenden stellen den Anteil geimpfter Schüler ein und beobachten die Ausbreitung, besonders bei gefährdeten Schülern, die nicht geimpft werden können.
Inhalte: Ansteckung, Impfquote, individueller und kollektiver Schutz.
Für Lehrkräfte
- Jede Mission endet mit einer aktiven Bilanz (Drag-and-drop, Reihenfolgen, Multiple Choice, Diagramm lesen) und einem Bildschirm „Das Wichtigste“.
- Ein Atlas mit 18 illustrierten Steckbriefen (echte Größe, Aufgabe, Aussehen unter dem Mikroskop, „Wusstest du schon?“) und ein Werkzeug zur Größenskala, vom Haar bis zum Antikörper.
- Ein Lehrkräftebereich: Ablauf und Inhalte, bewusste Vereinfachungen, Ideen für den Unterricht, Einstellungen (Schwierigkeit „Entdecken“ oder „Herausforderung“, alle Missionen freischalten, Fortschritt zurücksetzen).
- Drei druckbare Arbeitsblätter (Lerntext zum Ergänzen, Übersichtsschema, Übung zum Diagrammlesen) mit einblendbaren Lösungen.
- Zellen in den Farben der May-Grünwald-Giemsa-Färbung, die für Blutausstriche verwendet wird – als Brücke zu den Beobachtungen unter dem Mikroskop.
Wissenschaftliche Genauigkeit
Die Texte des Spiels wurden auf ihre wissenschaftliche Richtigkeit geprüft. Die nötigen Vereinfachungen werden den Lernenden offen gezeigt (Rubrik „Im Spiel“ im Atlas) und im Lehrkräftebereich ausführlich erklärt: Mikroben und Moleküle sind viel größer gezeichnet als in Wirklichkeit, Zeitabläufe sind beschleunigt, Zellen werden vom Spieler „gesteuert“, obwohl sie in Wirklichkeit auf chemische Signale reagieren, infizierte Zellen „platzen“, obwohl das Grippevirus sie nach und nach durch Knospung verlässt, und die Impfviren sind ganz gezeichnet.
Häufige Fragen
Für welche Altersstufe ist Garde du corps gedacht?
Für Schülerinnen und Schüler von 13 bis 15 Jahren (Klasse 8–9) im Biologieunterricht, zum Thema „Der menschliche Körper und die Gesundheit“: Immunabwehr und Impfung. Das Spiel eignet sich auch zur Wiederholung vor der Abschlussprüfung.
Wie lange dauert das Spiel?
Insgesamt etwa 35 bis 40 Minuten: fünf Missionen von 5 bis 8 Minuten, jeweils gefolgt von einer Bilanz. Der Fortschritt wird gespeichert, man kann also über mehrere Stunden verteilt spielen.
Muss man etwas installieren oder ein Konto anlegen?
Nein. Es genügt, die Datei index.html in einem aktuellen Browser zu öffnen (Chrome, Edge, Firefox oder Safari). Es wird kein Konto benötigt: Der Fortschritt wird nur im Browser des Geräts gespeichert.
Funktioniert das Spiel auf dem Tablet?
Ja, auf dem Computer ebenso wie auf dem Tablet im Querformat, mit Maus, Finger oder Tastatur.
Welche Lehrplaninhalte werden behandelt?
Kontamination und Infektion, natürliche Barrieren, Entzündungsreaktion, Phagozytose, Spezifität und Selektion der Lymphozyten, Antikörper und zytotoxische T-Lymphozyten, die Wirkungslosigkeit von Antibiotika gegen Viren, Immungedächtnis, Impfung und Herdenimmunität.
Ist der Inhalt wissenschaftlich zuverlässig?
Die Texte wurden auf ihre wissenschaftliche Richtigkeit geprüft. Die für das Spiel nötigen Vereinfachungen (Größen, beschleunigte Zeitabläufe, vom Spieler gesteuerte Zellen…) werden den Lernenden im Atlas offen gezeigt und im Lehrkräftebereich ausführlich erklärt.
Kann man im Unterricht eine bestimmte Mission zeigen?
Ja: Im Lehrkräftebereich gibt die Einstellung „Alle Missionen und Steckbriefe freischalten“ direkten Zugang zu jeder Mission.
Warum wechselt das Spiel in den Vollbildmodus?
Damit sich die Lernenden auf das Spiel konzentrieren, wechselt es beim ersten Klick in den Vollbildmodus. Mit der Esc-Taste verlässt man ihn (das Spiel wird dann pausiert), und mit der Einstellung „Automatisches Vollbild“ lässt sich dieses Verhalten abschalten.
Credits
Konzept und Entwicklung: Sébastien Heckmann, Biologielehrer.
Vom Programm gezeichnete Zellen, vom Browser erzeugte Klänge, Schriften Fraunces und Lexend (Google Fonts, SIL Open Font License).